Tagesordnungspunkt

TOP Ö 1: Einwohnerfragestunde

BezeichnungInhalt
Sitzung:25.06.2019   SchKA/002/2019 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Ortsvorsteher Siemons berichtet von den immer wiederkehrenden Schwierigkeiten um den Betrieb des Lehrschwimmbeckens in den vergangenen 40 Jahren und stellt dabei das dort geleistete ehrenamtliche Engagement in den Vordergrund.

Den Sachvortrag der Verwaltung wertet er als Abschreckung. Er berichtet von zahlreichen Gesprächen mit der Bevölkerung, die sich allesamt für den Erhalt ausgesprochen hätten.

Er wirft der Stadt Weener (Ems) vor, sich nicht an getroffene Versprechen gehalten zu haben und spricht sich dafür aus, der Projektgruppe die Möglichkeit zu eröffnen, das Lehrschwimmbecken erneut mit dem Ziel des Schwimmunterrichts für die Schülerinnen und Schüler betreiben zu können.

Er erkundigt sich, wie viele Schulkinder von dem Fahrdienst in andere Bäder betroffen sind.

An die Projektgruppe gerichtet fordert er auf, einen neuen Versuch zu starten.

 

Als Mitglied der Projektgruppe stellt ein Stapelmoorer Bürger die im Rahmen des Betriebs des Lehrschwimmbeckens geleistete Arbeit vor. Ziel müsse es sein, den Schwimmunterricht in schuleigenen Becken wieder zu ermöglichen, damit jedes Schulkind die Schule zumindest mit dem „Seepferdchen-Abzeichen“ verlassen könne. Auch er berichtet von Zusagen der Stadt Weener (Ems), die nicht eingehalten wurden.

Er sieht Gespräche zwischen der Verwaltung und der Projektgruppe als erforderlich an, um in der Sache einen Kompromiss zu finden.

 

Ein weiterer Bürger fordert die Stadt Weener (Ems) auf, sich von dem Willen, das Bad zu schließen, abzukehren und sich im Rahmen des Bildungsauftrags vor Ort zu stark zu machen. Im Rahmen der ökologischen Verantwortung findet er es absurd, dass die Schulkinder, obwohl an der Ganztagsgrundschule Stapelmoor die Möglichkeit des Schwimmunterrichts gegeben ist, in umliegende Bäder gefahren werden.

 

Ein Mitglied des Fördervereins befürchtet, dass sofern die Diskussion weitergeführt wird, das Interesse der Eltern (von Nichtschülern) zur ehrenamtlichen Mitarbeit komplett verloren geht. Sie fragt an, ob die Stadt Weener (Ems) sich dann dieser Aufgabe annehme.

 

Ein weiteres Mitglied der Projektgruppe sieht die Möglichkeit, die Technik mit geringen Mitteln zu überarbeiten. Ein entsprechendes Angebot habe er vorgelegt. Den großen von der Verwaltung geschilderten Kostenaufwand kann er nicht nachvollziehen.

 

Bürgermeister Sonnenberg erläutert, dass der Fahrdienst für Schüler/innen der 3. Klasse im 2. Schulhalbjahr und der nach den Sommerferien 4. Klasse im 1. Schulhalbjahr erfolge. In Summe wären es für den genannten Zeitraum ca. 2.000,-- €.

Danach schildert er den Aufwand für den Betrieb des Lehrschwimmbeckens, der sich in den vergangenen Jahren wie folgt darstellt:

2012

2013

2014

2015

2016

5.363,-- €

4.683,-- €

2.577,-- €

1.940,-- €

4.918,-- €

In den Jahren 2017 und 2018 sind aufgrund des Ruhens des Betriebs keine Kosten angefallen.

 

Für Wasser, Chlor, Strom, Reparaturen müsse jährlich mit einem Aufwand zwischen 4.000 – 5.000,-- € gerechnet werden.

 

In 2018 habe die Verwaltung bewusst den Austausch mit der Projektgruppe gesucht. Zu dem Zeitpunkt habe es keine klare Positionierung für einen Fortbestand des Lehrschwimmbeckens gegeben.

Unabhängig von der Badgröße müssten alle Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Die Verwaltung habe sich bemüht, den umfangreichen Aufgabekatalog möglichst sachlich darzustellen.

Er betont, dass es der Stadt Weener (Ems) durchaus ein Anliegen sei, den Schwimmunterricht sicherzustellen, um damit allen Kindern das Schwimmenlernen während des Schulunterrichts zu ermöglichen.

Diese Möglichkeit sei im Friesenbad gegeben.

 

An den Förderverein gerichtet betont er nochmals, dass die freiwillige Arbeit für alle Schüler/innen eine tolle Sache sei, der Schwimmunterricht aber nicht vom Verein abhängig wäre.

 

Zur Kostenfrage teilt er mit, dass die Stadt Weener (Ems) stets die Vergaberichtlinien zu beachten habe. Insofern seien immer mindestens drei Angebote erforderlich, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

 

Eine Zuhörerin berichtet von der Schließung des Lehrschwimmbeckens der Lebenshilfe Leer, welches sie mit ihren Kindern besucht habe und stellt sich die Frage, wenn schon die Lebenshilfe vor einem Badbetrieb kapituliert, kann es aufgrund bestehender Auflagen ein privater Trägerverein schaffen?

 

Der Geschäftsführer des Friesenbads, Herr Welp, berichtet, dass sich das Friesenbad immer wieder neu der bestehenden DIN Norm – zurzeit DIN 19643 -  anpassen müsse. Dieses gelte gleichermaßen für kleine Bäder.

 

Zwei Mitglieder der Projektgruppe betonen, dass ihnen dieses durchaus bekannt sei. Trotzdem wolle man sich dem Badbetrieb stellen, damit das Schulschwimmen wieder vormittags in Stapelmoor abgehalten werden könne.

Sie befürchten, dass ansonsten „ein Stück Stapelmoor“ wegfällt.