Tagesordnungspunkt

TOP Ö 5: Erstellung eines Rahmenkonzeptes für den Hafen

BezeichnungInhalt
Sitzung:17.09.2019   BAUMA/004/2019 
Beschluss:einstimmig beschlossen
Abstimmung: Ja: 8, Nein: 0, Enthaltungen: 0
Vorlage:  BV/2019/2650 

Dipl-Ing. Christiane Salomon vom Planungsbüro Boner + Partner erklärt, gesetztes Ziel des Rahmenkonzeptes sei die Steigerung der Aufenthaltsqualität, Herstellung der Barrierefreiheit und Optimierung der verkehrlichen Gegebenheiten.

Sie berichtet von der sehr gut besuchten Bürgerversammlung am 4. Juli 2019. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit zur Fragestellung und Diskussion. Aus den Äußerungen der Bürger wurde insbesondere deutlich, dass die Anlieger sich für einen möglichst geringen baulichen Aufwand aussprechen, großen Wert auf ihre Privatsphäre legen und eine Reduzierung des motorisierten Verkehrs wünschen. Frau Salomon teilt mit, dass im Nachgang ein Abstimmungsgespräch mit der Verwaltung stattfand, in dem die Rückmeldungen aus der Bevölkerung erörtert und nach Möglichkeit im überarbeiteten Entwurf berücksichtigt wurden.

  1. Hafenkopf:

Änderung der Verkehrslenkung / Straßenführung

Sanierung der Spundwand-Abdeckung

Platzgestaltung unter Optimierung der Parkflächen

Herstellung barrierefreier Übergänge

Anpassung der Mauern und Geländer

  1. Südkaje:

Sanierung Spundwand-Abdeckung sowie Anpassung Geländer

Gestaltung des Straßen-und Gehwegprofils mit barrierefreien Übergängen

Gestaltung der Wanderungen

Gestaltung des Hafenraumes mit Sitzgelegenheiten, Beleuchtung, Versorgungssäulen, Pollern und Klampen

Temporäre Nutzung des kleinen Platzes im Einmündungsbereich zur Burgstraße

  1. Siel:

Gestaltung als Aussichtspunkt / Ort der Schiffsbegrüßung

Rückbau des Bewuchses und Herstellung der Blickachsen zum Hafenkopf und zur Schleuse

Sanierung und Anpassung Geländer

Platzgestaltung mit Sitzgelegenheiten, Beleuchtung und Pollern

Nutzungsmöglichkeiten: Holzsteganlage, kleine Fähre zum anderen Ufer, Bootsverleih und Außenplatz für Café / Eisdiele / Sommerpavillon

Sanierung Spundwand-Abdeckung und Sielwände

Reaktivierung des Sieltores

Herstellung eines Spazierweges als Lückenschluss

  1. Nordkaje:

Neugestaltung und Ordnung des Straßenraumes

Vielfältige Nutzung der Hafenkante: Verbreiterung des Bereiches am Wasser, Sitzgelegenheiten, Beleuchtung, Poller, Klampen

Sanierung und Anpassung Geländer

Schwimmpontons, Schiffsliegeplätze mit Anschlussmöglichkeiten an Servicesäulen

Wanderungen als private grüne Bereiche vor den Häusern

Parkflächen teilweise als Sitzplätze umgestalten

  1. Aufweitung Hafenraum an der Nordkaje (Waage):

Neugestaltung des Gesamtbereiches als öffentlicher großer ungeteilter Platz an der Waage mit Sitzgelegenheiten, Aussichtspunkt, Grillplatz, Ponton, Infostelle

Durchgang zum Parkplatz hinter dem Speicher und Versorgungshaus

Regelung der Verkehrssituation (Einbahnstraße mit Einmündung oder Wendekreis)

Wohnmobilstellplätze verlegen ab Einmündung Paltrockstraße

Erneuerung Spundwandabdeckung und Kantenbereich,

Reduzierung und Umgestaltung der Grünbereiche, teilweise offener Übergang Kaje / Wasser

Anlegestelle für Paddler, kleine Hafenfähre 

Zur Verdeutlichung der verkehrlichen Bestandssituation an der Nordkaje und Aufzeigung von alternativen Lösungen erstellte das Planungsbüro entsprechende Skizzen. Frau Salomon erläutert die Vor- und Nachteile der vier möglichen verkehrlichen Alternativen.

Eine Änderung der zweispurigen Straßenführung sowie der Gehwegsituation an der Südkaje ist nicht vorgesehen.

In Abstimmung mit der Verwaltung wurden die Rundwege entwickelt:

1.      Kleiner Rundweg am Alten Hafen

2.      Rundweg Alter Hafen / Sportboothafen

3.      Altstadtrundweg (Burgstraße / Norderstraße)

4.      Emsrundweg (Deich / Friesenstraße / Sieltief / Hafen)

Als Potential und langfristiges Ziel erwähnt Frau Salomon abschließend die bereits im ersten Entwurf enthaltenden Bauentwicklungsmöglichkeiten in den rückwärtigen Bereichen.  

 

Herr Holtkamp erinnert daran, dass dem Betreiber des Hafen 55 versprochen wurde, nur die Radfahrer dulden zu müssen. Außerdem sei in der Bürgerversammlung die Sauberkeit am Hafen kritisiert worden. Die Wegnahme des Geländers hält er aus Verkehrssicherheitsgründen für bedenklich.

 

Auf den Einwand von Frau Hinderks, die Sauberkeit am Hafen lasse tatsächlich zu wünschen übrig, entgegnet der Bürgermeister, gerade zu den Veranstaltungen sei der Hafen sehr gepflegt, den Anliegern obliegt die Pflege der Parkbuchten.

 

Herr Weber hält einige Details wie die Umgestaltung des Einmündungsbereiches am Hafenkopf oder neue Geländer für unsinnig. Außerdem regt er an, einen anderen Fördertopf in Anspruch zu nehmen, der eine höhere Förderquote vorsieht als der Städtebauliche Denkmalschutz. Herr Greiner erklärt dazu kurz das Subsidiaritätsprinzip.

 

Herr Schüür hält den vorgetragenen Entwurf für gelungen und stellt insbesondere den positiven Effekt der Barrierefreiheit heraus.  

 

Einige Ausschussmitglieder tun sich schwer damit, das Rahmenkonzept heute in seiner Gesamtheit zu beschließen, da sich vermutlich nicht alle Details entsprechend des Entwurfes umsetzen lassen. Die Verwaltung erklärt, dass es sich um eine Ideensammlung handelt, die die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigt. Eine Beschlussfassung muss nicht die detailgenaue Umsetzung zur Folge haben. Für die Akquirierung von Fördermitteln ist ein beschlossenes Rahmenkonzept jedoch erforderlich. Herr Greiner von der BauBeCon Sanierungsträger GmbH weist ergänzend darauf hin, dass die Erhöhung des Bruttokostenrahmens um 1,5 Mio. Euro von der Stadt beschlossen und inzwischen beantragt wurde. Die Umgestaltung des Hafens ist Bestandteil für den Erhöhungsantrag. Herr Schmitz umschreibt es bildlich: „Der Rahmen wird heute gesetzt, das Bild darin anschließend gemeinsam gemalt.“

 

Der Beschlussvorschlag wird auf Anregung von Herrn Meyer neu formuliert:


Das Rahmenkonzept für den Hafen Weener wird beschlossen. Über die weitergehenden Detailfragen wird zu gegebener Zeit gesondert beraten.